Interview mit Umweltscout-Pionier Dominik Schwarzenberger
Gemeinsam mit Rene Trautmann bist du der "Pionier" des Umweltscouts. Was kann und muss sich ein Laie unter Umweltscout vorstellen?
Dominik Schwarzenberger: "Umweltscouting" meint keine feste Tätigkeit oder gar Berufsbezeichnung, sondern umfasst ein breites Spektrum an Themen, die im weitesten Sinn mit Umwelt zu tun haben. Solche Themen sind Abfallbeseitigung, Energiekraftwerke, Energietechnologien, Naturschutz, städtische Grünflächenplanung, biologischer Landbau ...
"Umweltscouting" kann man nicht lernen, man muss es erleben. Die Praxis ist alles - der Weg ist das Ziel.
Nun umfasst die Arbeit eines Umweltscouts sicherlich weitaus mehr als nur graue Theorie. Im Gegenteil die Praxis, d.h. vor Ort tätig zu sein macht bestimmt einen erheblichen Teil der alltäglichen Arbeit aus. Wie sieht nun konkret der Arbeitsalltag eines Umweltscouts aus? Und was waren in diesem Zusammenhang bislang die spannendsten Erlebnisse und eindrucksvollsten Erfahrungen?
Dominik Schwarzenberger: Um Umweltscouting zu erleben, führen wir ständig spannende Exkursionen durch. Dazu gehören Besichtigungen von Wasserkraftwerken, Naturschutzgebieten oder das Testen der Wasserqualität. Wir lernen Orte, Personen und Einrichtungen kennen, mit denen der Normalbürger nicht in Berührung kommt. Mein spannendstes Erlebnis? Ich wurde während einer Waldexkursion von einem neugierigen Wildschwein bedrängt, das ich nur mühsam mit dem Regenschirm abwehren konnte.
Der Umweltscout besitzt ja vor allem eine starke inhaltliche Komponente. Welche wesentlichen Ziele verfolgt er und wer sind in dem Zusammenhang die wichtigsten Adressaten?
Dominik Schwarzenberger: Als Umweltscouts bearbeiten wir zwar konkrete Problemstellungen, haben aber einen breiten Spielraum diese zu lösen. Besonderen Wert legen wir auf die Darstellung unserer persönlichen Eindrücke. Nicht zuletzt lernen wir auch über uns selbst: Wie wir komplexe Aufgaben selbständig im unbekannten Terrain bearbeiten. Das ist für mich der eigentliche Erfolg.